|
Erfahrungsberichte
|
Berichte von Frauen, die bei uns zur Geburt
waren
Dieses Mal sollte
alles anders werden! Für mich stand von Anfang an fest, das - vorausgesetzt, die
Schwangerschaft verläuft normal - mein zweites Kind nicht in einem Krankenhaus
zur Welt kommen sollte. Das Geburtshaus ”Apfelbaum” liegt ganz in der Nähe unserer Wohnung,
und so nutzten wir die Gelegenheit, uns beim Sommerfest schon einmal alles ganz
genau anzusehen und uns zu informieren. Ich freute mich auf die Geburt und wollte die ”natürlichste Sache der
Welt” ganz bewußt in angenehmer, streßfreier Atmosphäre mit professioneller
Unterstützung, aber ohne unzählige, oft unnötige Maßnahmen erleben. Die
letzten Vorsorgeuntersuchungen machte dann auch schon Stephanie, die ich bei
diesen Gelegenheiten näher kennenlernen konnte- immerhin sollte sie mein Baby
mit ans Licht holen. Eine persönliche Beziehung zur Hebamme war mir dabei sehr
wichtig; vor allem wollte ich, das Stephanie auch wußte, wie ich
mir die Geburt vorstellte. Nun sollte es losgehen: Nachdem wir der Hebamme Bescheid gegeben hatten, machten wir uns auf den
Weg. Es war herrlich still um 3.00 Uhr morgens und der kurze Fußweg bis zum
Geburtshaus tat uns gut. Nach der Ankunft machte Stephanie ein CTG; bei diesen
20 Minuten Anschluß blieb es dann auch. Ich konnte mich von nun an frei- und
relativ unbeschwert bewegen. Das tat mir unendlich gut. Ich konnte mich auf jede
Phase der Geburt ganz bewußt einlassen und sie erleben. Zuerst waren wir die
meiste Zeit allein, Stephanie hatte sich zurückgezogen, was es mir ermöglichte,
mich voll auf die Wehen und die Erholungsphasen dazwischen zu konzentrieren. Als
es dann mit der Geburt nicht mehr so recht vorwärts ging, wurde ich -etwas
widerwillig- von Stephanie und Claudia, die nun auch dazugekommen war, in die
Badewanne gesteckt. Diese Entscheidung war dann auch goldrichtig, denn nun kamen
die Wehen bedeutend stärker und schneller hintereinander. Ein homöopathisches
Mittel tat seinen Dienst und als ich wieder aus der Wanne stieg, dauerte es nur
noch einige Preßwehen, bis unsere Tochter herausschlüpfte. Da lag sie nun ganz geschafft unter mir - ich hatte im Vierfüßlerstand
geboren - und nach dem Auspulsieren der Nabelschnur durchschnitt ich das
”Band”, das uns so lange zusammenhielt. Inzwischen war es schon nach 8.00 Uhr morgens und die Sonne schien hell in
die vielen Fenster. Es war warm und immer noch still. Eine stille Zufriedenheit
auf allen Seiten. Stephanie versorgte uns drei in aller Ruhe und zum Mittagessen
holte uns unsere kleine große Tochter ab. Die Geburt der kleinen Edith hat sich bei mir als wunderschönes Erlebnis
eingeprägt. Das macht Lust auf mehr Kinder! Ein großes Lob an den
”Apfelbaum” und seine Hebammen! Sibylle
Kristin Schramm Während ich diesen Text schreibe, stille ich meinen Sohn Gustav. Er lebt nun seit 14 Tagen bei uns, in unserer kleinen Familie. Am letzten Oktobersonntag kam er im Geburtshaus „Apelbaum“ zur Welt. Weil wir schon einen zwei Jahre alten Sohn haben, war es klar, dass wir gleich nach der Geburt alle zusammen sein wollen. Also kam sowieso nur eine ambulante Geburt in Frage. Leider begann die Geburt mit einem Magen – Darm – Infekt. In der Nacht stürzte ich und am nächsten Morgen rief ich aus Sorge ums Baby die Hebamme an. Sie beruhigte mich, weil ich Kindbewegungen spüren konnte. Aber sehen wollte ich Stephanie, unsere Hebamme, trotzdem, auch weil ich schon Wehen hatte. So verabredeten wir uns für neun Uhr im Geburtshaus. Bis dahin brachten wir unseren Sohn zu seinen Großeltern. Im Geburtshaus angekommen schaute Stephanie sich erstmal das CTG an - dem Baby ging es gut. Weil die Wehen noch nicht so stark waren, beschlossen wir noch einen Spaziergang durch Babelsberg zu machen und einen Kaffee trinken zu gehen. So taten wir es auch. Der Spaziergang war wunderschön, weil die Sonne schien und die Temperaturen benahe frühlingshaft waren. Zurück im Geburtshaus tranken wir zwischen den Wehen Tee und die Herztöne wurden immer mal wieder gehört. Irgendwann nahm ich ein Bad. Das war sehr entspannend und schön durchwärmend. Doch die Wehen wurden daraufhin weniger und ich war durch die vorangegangene Nacht auch sehr erschöpft und wollte schlafen. Und das konnte ich auch. Die Wehen waren nur noch sehr vereinzelt, wurden jedoch sehr intensiv. Nach dem Schlaf - schien es mir - wurden sie immer schlimmer und mein Muttermund öffnete sich innerhalb einer dreiviertel Stunde vollständig. Zwischen den Wehen lief ich umher und während der Wehen hielt ich mich an einem Tuch fest und versuchte tief in mich hinein zu atmen und mir eröffnende Visionen vorzustellen. Ausatmen tat ich tönend mit einem „A“ – wie im Yogakurs geübt. Irgendwann war alles sehr, sehr intensiv. Zur Geburt wollte ich runter auf die Erde. Ich stützte mich auf einen Sitzsack und mein Mann hielt gegenüber den Sitzsack und meine Hand fest – der Gegendruck tat gut. Also gebar ich im Vierfüßlerstand. Mit der ersten Presswehe platzte auch die Fruchtblase und der Kopf rutschte durch den Geburtskanal. Die nächsten Wehen ließen meinem Empfinden nach ewig auf sich warten. Stephanie legte immer wieder warme Kompressen auf den Damm. Die anschließenden Wehen halfen meinem Baby dann auf die Welt. Schön war es, daß mein Mann sich gleich hinter mich setzte und ich unser Baby aufheben konnte. „Ein Junge!“ – schön, ziemlich faltig und über und über mit Käseschmiere bedeckt. Den Moment genossen wir sehr. Wir warteten, bis die Nabelschnur auspulsiert war, bevor ich sie zerschnitt. Anschließend legten wir uns zu dritt ins Bett. Gustav, unser Spross, lag auf meiner Brust. Es war sehr schön! Dann stillte ich ihn zum ersten Mal. Die Nachgeburt schauten wir uns auch ausführlich an. Aber dann wurden wir irgendwann doch neugierig à Wie viel wiegt er und wie lang ist er? Stephanie nahm Gustav zusammen mit meinem Mann zum Wickeltisch, der durch die Heizlampe schön angewärmt war. Als mein Sohn angezogen war, wollte auch ich mich anziehen. Ich war neugierig auf meinen großen Sohn und wollte zu ihm. Also duschte ich vorsichtig und zog mich an. Mein Mann packte unsere Sachen, das Baby kam in die Autoschale. Wir verabschiedeten uns und fuhren nach Hause. Trotz des Schmerzes war es eine traumhafte Geburt und wir
danken Stephanie und Claudia für unvergessliche
Stunden im Geburtshaus „Apfelbaum“. Eine
Zeit lang in der Freiberuflichkeit
Bericht einer Hebammenschülerin
über das Praktikum im Geburtshaus „Apfelbaum“ Ich war unter den ersten aus
meiner Klasse, die ihr lang ersehntes Externat bei einer freiberuflichen Hebamme
antreten durften. Wir konnten es alle kaum erwarten und waren sehr gespannt, was
uns dort erwarten würde, was es Neues zu sehen und zu lernen gab und wie es
sein würde, die Freiberuflichkeit „erschnuppern“ zu dürfen. Ganz bewusst hatte ich mich für die Hebammenpraxis mit angeschlossenem Geburtshaus „Apfelbaum“ in Potsdam entschieden. Es schien mir eine schöne Gelegenheit, verschieden Hebammen mit ihren verschiedenen Arbeitsweisen und einige unterschiedliche Kurse kennenzulernen. Claudia Krönke ist die Gründerin und Besitzerin des Geburtshauses und selbst Hebamme im „Apfelbaum“. Claudias Team besteht aus drei weiteren Hebammen, die Schwangerschaftsvorsorge, Haus- und Geburtshausgeburten und Wochenbettbetreuung anbieten. Ausser ihnen nutzen noch viele weitere Frauen die Räumlichkeiten für verschiedene Kurse, wie z.B. Schwangeren-Yoga oder –Gymnastik, Geburtsvorbereitungskurse, eine Stillgruppe, Rückbildungsgymnastik, Beckenbodentraining, Babymassage oder PEKIP. Schon als ich mir im Internet die Seite des „Apfelbaum“ ansah, fühlte ich mich in meiner Wahl bestätigt und freute mich sehr, im Januar endlich dort anfangen zu können. Im Ganzen hatte ich vier Wochen Zeit für mein Praktikum, die von zwei Wochen Schule unterbrochen wurden. Ich fuhr also im Januar für zwei Wochen jeden Morgen nach Potsdam und liess mich mehr oder weniger überraschen, was jeder Tag so bringen würden. Meist begann der Tag mit Schwangerenvorsorge. Zu diesen Terminen kommen die Frauen ins Geburtshaus, wo sie dann ganz in Ruhe und in vertraulicher Atmosphäre mit der ihnen zugeteilten Hebamme reden können. Es finden Gespräche statt, Vorsorgeuntersuchungen werden vorgenommen, CTGs geschrieben und Blutentnahmen gemacht. Es ist von Frau zu Frau verschieden, wieviel der Vorsorge sie von Ihrer Hebamme vornehmen lässt, wieviel davon vom Arzt. Ich habe sowohl Frauen erlebt, die nur zu den nötigsten Ultraschalluntersuchungen ihren Gynäkologen aufsuchen, als auch einige, bei denen der Einsatz des Arztes den Großteil der Vorsorge ausmacht. Während der Gespräche war es sehr interessant, zu hören, wie die Frauen mit ihrer Schwangerschaft umgehen, wie sie sich auf die Geburt und das große „Danach“ vorbereiten, welche Sorgen und Ängste sie beschäftigen und mit welchen Problemen sie zu kämpfen haben. Dabei ist vor allem interessant, wie unterschiedlich jede Frau ihre Schwangerschaft erlebt und „gestaltet“. Meist fuhren wir im Anschluß zu den Wöchnerinnen, was einen weiteren wichtigen Arbeitsbereich der Hebammen im Geburtshaus darstellt. Für mich waren diese Fahrten sehr interessant und lehrreich, da sich zwar die „Probleme“ der Mütter und Kinder oft ähneln, sie jedoch auch hier bei jeder Familie ein wenig anders ausfallen, erlebt und behandelt werden. So sah ich z.B. das erste Mal einen Nabelschnurrest in allen Stadien der Heilung, von frisch aus dem Klinikum entlassen, wie ich es kenne, über gerade abgefallen bis hin zu beinahe vollständig verheilt. Auch verschiedene Stillprobleme wie z.B. wunde Brustwarzen und Milchstau, Rückbildungsprobleme und die Behandlung all dessen konnte ich erleben. Ebenso sah ich zum ersten mal, wie Blut für den Guthrie-Test von der Hebamme aus der kindlichen Ferse abgenommen wurde. Bei einer Familie konnte ich eine Woche lang fast jeden Tag dabei sein. Mir hat es sehr gut gefallen, die Familie mit jedem Besuch ein wenig besser kennenzulernen und die Kontinuität der Wochenbettbetreuung mitzubekommen. Wir haben oft ein wenig mehr Zeit dort verbracht, bekamen einen Kaffee angeboten und an einem Tag wurden wir sogar zum Mittagessen eingeladen. Wie herrlich, bei den unregelmäßigen Arbeitszeiten einer Hebamme, ein warmes Essen in den Bauch zu bekommen! Ich versuchte, so viel wie möglich an Hebammen-Tipps aufzuschnappen und notierte sie hinterher fleißig in einem Notizbuch. Ich bin mir sehr sicher, es kommt der Tag, an dem ich sehr froh sein werde, dies alles gesehen und gehört zu haben und dann hoffentlich hilfreich weitergeben zu können! Der Großteil der Nachmittage und einige Abende waren mit verschiedenen Kursen belegt. Ich versuchte, so vieles wie möglich mitmachen zu können. Von Yoga über Geburtsvorbereitung bei verschiedenen Kursleiterinnen bis hin zu Stillgruppe und Rückbildungsgymnastik und vielem mehr durfte ich an allem teilnehmen. Manches Mal war ich erstaunt, wie anstrengend solch eine Rückbildungsübung sein kann und es wundert mich nicht, dass Melanie, die den Kurs leitet so durchtrainiert und fit ist! Sie hat dies bestätigt und mit einem Lächeln erklärt, bei zwei mal wöchentlich Rückbildungsgymnastik könne sie sich das Fitnessstudio sparen. Ein weiterer schöner Nebeneffekt der Hebammenarbeit! Im zweiten Teil meines Einsatzes hatte ich das unbeschreibliche Glück, eine Geburt miterleben zu dürfen. Stephanie, die Hebamme der Frau rief mich mitten in der Nacht an und sagte, ich könne losfahren, die Frau habe schöne und regelmäßige Wehen. Wir verabredeten uns im Geburtshaus. Ich fuhr los und war erstaunt, wie wach mich das Adrenalin hielt! Eine Stunde später war ich im Geburtshaus angekommen. Schon von unten konnte ich die Frau „arbeiten“ hören. Sie war mit Stephanie im Bad und saß in der Wanne. Ganz leise schlich ich mich in den Raum und setzte mich im Hintergrund an die Heizung. Ich wollte die Frau und die Hebamme nicht aus der Ruhe bringen und versuchte, mich so „unsichtbar“ wie möglich zu verhalten. Der Raum war mit Kerzen beleuchtet, ein Duftlampe verströmte einen beruhigenden Duft und es herrschte eine unglaubliche Ruhe. Es dauerte eine Weile, bis mir klar wurde, warum: kein ständiges Klopfen der kindlichen Herztöne! Natürlich, keine Dauer-CTG-Überwachung. Ich genoss die wunderbar vertrauliche Atmosphäre und die Ruhe, die von Stephanie ausging. Sie sprach flüsternd mit der Frau, machte ihr Mut, wenn sie es brauchte oder sagte einfach lange Zeit gar nichts. Sie schien genau zu wissen, was für die werdende Mutter wichtig war. Immer wieder hörte Stephanie mit dem Doptone die Herztöne – dem Kind ging es gut, alles war in bester Ordnung. Während ich dort saß, überlegte ich im Stillen, was ich
im Klinikum jetzt alles vorbereiten, dokumentieren, kontrollieren müsste und
dabei wurde mir wieder einmal bewußt, wie störend ich die Hektik und Unruhe während
der Geburten im Kreißsaal finde. Das Kind kam schließlich viel schneller, als ich gedacht hätte. Das Verhalten der Mutter war so anders, als ich es aus dem Krankenhaus kenne. Sie war so voller Ruhe und Konzentration und ehe ich begriff, was geschah war auch schon der Kopf zu sehen und wenige Wehen später war der ganze kleine Kerl sicher auf Mama’s Bauch angekommen. Auch die Plazenta folgte problemlos – ohne Medikamentengabe- und die frischgebackene Mutter konnte sich mit ihrem Sohn in das große Bett im Geburtszimmer zurückziehen und ihn in aller Ruhe anlegen. Ich konnte nicht sofort fassen, was ich soeben miterlebt hatte. Ich war innerlich aufgewühlt, erstaunt, gerührt, begeistert aber ich spürte endlich wieder ganz deutlich, daß ich mich für den richtigen Beruf entschieden habe! Ich bin sehr froh, das alles erlebt zu haben und werde gerne an meine Zeit in Potsdam zurückdenken. Auch wenn es im Klinikum oft schwer umzusetzen ist, werde ich doch versuchen, einige Dinge dorthin mitzunehmen und wenn es nur der Umgang mit den Frauen, Kindern und Partnern ist. Und ich freue mich auf meine spätere Arbeit als Hebamme. Ich möchte mich bei den Hebammen des „Apfelbaum“ dafür bedanken, daß sie mir mit ihrer Arbeit neuen Mut gemacht und Neue Kraft gegeben haben! Wäre Potsdam nicht so weit von meinem Zuhause entfernt, würde ich meine Kinder vielleicht auch irgendwann einmal bei Euch bekommen... Aber empfehlen werde ich Euch auf alle Fälle! Annina Diebold |
|
|